Sofsky-Wolfgang1Professor Wolfgang Sofsky, geboren 1952 in Kaiserslautern, lehrte Soziologie an den Universitäten Göttingen und Erfurt. Seit 2000 arbeitet er als Privatgelehrter, Schriftsteller und politischer Kommentator. 1993 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis für sein Buch »Die Ordnung des Terrors. Das Konzentrationslager«. Seine Bücher wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Im Jahr 2015 erhält Wolfgang Sofsky den erstmal verliehenen Holbach-Preis der Stiftung zur Förderung der Kunst in der Pfalz.

Blog: http://wscaprichos.wordpress.com/

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 Bücher
Wolfgang Sofsky Abgründe

ABGRÜNDE
Einfälle, Ausfälle, Gedankenfälle

 

Essays
CreateSpace
(Januar 2016)
348 pp

»Abgründe« versammelt Wolfgang Sofskys Caprichos aus dem Jahr 2015. Die Essays, Kommentare und Fundsachen handeln von Terror, Religion, Macht und politischen Illusionen, von Bildwerken, Erzählungen, Gedichten, Musikstücken. Ein Leitmotiv bilden die Abgründe, die sich rings um die menschliche Existenz auftun. »Abgründe« schließt direkt an »Lichte Finsternis« an. Hier wie dort bieten die Blätter eine Fülle überraschender Beobachtungen, Entdeckungen, Argumente und Analysen. Scharfe, politisch-ästhetische Miniaturen und Essays…

"Großartige Fundstücke und Gedanken zur Zeit.” (Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung)
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LICHTE FINSTERNIS
Portraits, Analysen, Maskeraden

 


Essays
Books on Demand
(April 2015)
288 pp

»Lichte Finsternis« versammelt Notate und Essays aus dem Jahr 2014. Zwischen Analysen aktueller Ereignisse und fiktiven Dialogen aus Hinterzimmern der Politik stehen kleine Gedächtnisreden, Portraits und konzise Betrachtungen zu Bildern, Musik und Literatur. Sofskys Aufzeichnungen sind keine üblichen Tagebuchnotizen. Als Machtanalytiker reagiert er auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Als Kulturforscher durchstreift er die vielfältige Überlieferung, die er vor dem Verschwinden zu bewahren sucht. Als Anthropologe erkundet er das Verhalten und die Beschaffenheit der Spezies. Ursprünglich in Form eines Blogs erschienen, bietet »Lichte Finsternis« ein Jahresarchiv von überraschenden Ideen, Funden, Einfällen und Ausfällen. Mit Scharfsinn, hohem Tempo und nicht ohne Zorn wechselt Sofsky Themen, Motive und Schreibweisen und kehrt doch immer wieder zu den bleibenden Werken zurück, zu Shakespeare, Lichtenberg, Füssli, Chopin, Kafka oder Beckett.
Wolfgang Sofsky Weisenfels

WEISENFELS


Roman
Matthes & Seitz Berlin (September 2014)
236 pp

Ein Reisender besucht das Schloß eines Jugendfreundes, den er seit Jahrzehnten nicht mehr gesprochen hat. Er findet das Haus gänzlich verändert. Unzählige Gesichter bevölkern die Räume. Götter und Engel, Masken und Menschen leisten den Freunden Gesellschaft. Neunzehn Stunden währt der Besuch, sie essen zusammen, rauchen, trinken und reden über das Leben, die Schönheit, das Lächeln und den Tod. So vertraut sind die beiden, daß ihre Gespräche manchmal wie Monologe wirken, wie Selbstgespräche und Phantasien des einsamen Besuchers. Die Gegend ist nahezu verlassen, der Schloßpark verwildert und die Burg kaum mehr als ein verfallener Ort der Erinnerung.

WEISENFELS entführt den Leser in einen Kosmos abseits der Aktualität. Die Geschichte der Künste und Kulturen, des Sehens und Denkens ist jedoch ebenso gegenwärtig wie die Zukunft in einem Ort ohne Zeitgenossen. Nach dem Prosaband „Einzelgänger“ legt Wolfgang Sofsky nun ein Werk vor, das Erzählung, Bildbetrachtung und Reflexion kunstvoll miteinander verknüpft. 

»Wolfgang Sofsky hat ... eine große und einprägsame, anachronistisch anmutende Kunstfigur geschaffen. ... mit den Reflexionen seines Protagonisten fordert der Autor des Lesers Bewusstsein für sein eigenes Leben heraus. Wer sich auf dieses Buch einlässt, auf seine kunstvolle Sprachform, das entschleunigte Erzähtempo, die Achtsamkeit Sofskys für Details und sein radikales Denken, wird vom einmaligem Lesen nicht genug haben.« (Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur)
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EINZELGÄNGER


Erzählungen
Matthes & Seitz Berlin (2013)
202 pp

Alle sind sie allein, einsam oder verlassen. Ob der Eremit oder Prophet, ob König, Narr oder Verräter, ob Trinker, Spieler oder Künstler, sie sind der Welt abhanden gekommen. Wolfgang Sofsky erzählt von Figuren abseits der Gesellschaft, von Ausgestoßenen, Verlorenen, Enttäuschten, Verwirrten und Erleuchteten. Von der Geburt des ersten Menschen bis zum Antiquar der letzten Schriften reicht die Galerie der Szenen und Portraits.

»Einzelgänger« führt in die Innenwelten der Einsamkeit, das Buch bringt die Vorstellung vom Menschen als sozialem Wesen ins Wanken und bietet das Vergnügen subtiler literarischer Erkenntnis. Sofskys Prosadebut öffnet nicht nur ein Wunderkabinett von schillernden Gestalten, es ist auch ein stilistisches Glanzstück voller Verweise und Symbole. Verschiedentlich fühlt sich der Leser an Bilder, Motive oder Figuren der diversen Künste erinnert, die in Sofskys Erzählungen jedoch einen ganz neuen, tieferen Sinn gewinnen. Einige gleichen Meditationen, die sich für einen Augenblick zu einer Handlung verdichten, andere ähneln Parabeln oder kleinen Dramen mit tragischem Ausgang. Sofskys Sprache ist hellhörig, intensiv und von spröder Eleganz.

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TODESARTEN
Über Bilder der Gewalt


Anthropologie, Kunst
Matthes & Seitz Berlin (2011)
271 pp illustr.

»Die größte Kunst führt einen immer wieder zurück an die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz.« (Francis Bacon) Bildliche Darstellungen von Gewalt können erschrecken und verzaubern, verstören und erfreuen, ihre zwiespältige Wirkung verdanken sie auch der Distanz zum Dargestellten. Gewaltbilder stellen grausame Szenen vor Augen und bieten dem Betrachter die Möglichkeit zur sinnlichen Anschauung, zur meditativenVersenkung und zur intellektuellen Erkenntnis. Stets konfrontieren sie uns mit der Frage, wer wir sind und wie wir uns selbst verstehen müssen.

In »Todesarten« nimmt Wolfgang Sofsky ausgewählte Bildwerke der Gewalt akribisch in den Blick. In glänzenden Einzelanalysen geht er ihrer ästhetischen Wirkung und imaginativen Kraft nach. So entsteht ein Bildpanorama von Mord und Totschlag, Kampf und Krieg, Strafe und Opfer, das neue Sichtweisen eröffnet. Von den Anfängen in den Höhlenzeichnungen von Lascaux über christliche Martyrienbilder bis zur modernen Kriegsfotografie erweist sich die abendländische Kunstgeschichte als eine Bildkultur der Gewalt.

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DAS BUCH DER LASTER


Anthropologie, Moral
C.H.Beck (2009)
272 pp

 

Frankreich: Editions Circé (2012)

Das Projekt der moralischen Verbesserung der Spezies ist weitgehend gescheitert. Alle Bemühungen um menschenfreundliche Verhältnisse sind zwecklos, solange man keinen Begriff davon hat, weshalb Menschen einander Schaden zufügen und sich das Übel zum Charakter machen. Wer vom Guten reden will, darf daher vom Bösen nicht schweigen. Wer aber vom Bösen sprechen will, der muß zuallererst jene gemeinen Untugenden, Verirrungen und Laster studieren, die dem wahrhaft Bösen vorausgehen.

Ausgestattet mit einem unbestechlichem Blick in das menschliche Wesen und Unwesen erkundet Wolfgang Sofsky das Spektrum unmoralischer Haltungen: Gleichgültigkeit, Feigheit und Selbstmitleid, Habgier und Neid, Torheit und Hinterlist, Hochmut und Unterwürfigkeit, Ungerechtigkeit und Grausamkeit. Im Detail beschreibt er deren seelische Dynamik und ihre Bedeutung für den einzelnen, für die Gesellschaft und die Politik. Mit lakonischer Eindringlichkeit erhellt der Essay die Schattenseiten der menschlichen Natur. Gleichwohl sei dem Leser versichert, daß keine einzige der Einsichten ihn im besonderen treffen soll. Es versteht sich von selbst, daß er allein ausgenommen ist.

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VERTEIDIGUNG DES PRIVATEN
Eine Streitschrift


Politik, Zeitgeschehen
C.H.Beck (2007)
158 pp

 

USA: Princeton University Press (2008)
Spanien: Editorial Pretextos (2009)
Italien: Einaudi (2010)
Frankreich: Editions de l'Herne (2011);

Privatheit ist der Kern persönlicher Freiheit. Sie muß gegen den Zugriff staatlicher Macht ebenso verteidigt werden wie gegen Übergriffe aus der Gesellschaft. Prinzipien wie Sicherheit, Gleichheit oder soziale Gerechtigkeit werden zunehmend gegen das Recht auf Privatheit in Stellung gebracht. Wuchernde Bürokratien, Obrigkeitsdenken, aber auch gedankenlose Bequemlichkeit und mediale Geltungssucht untergraben den Sinn für den Wert des Privaten. Wolfgang Sofskys Streitschrift weist über die aktuelle Debatte um Überwachung, Sicherheit und Datenschutz weit hinaus. Entschieden plädiert sie für den Wert aller Freiheiten des Individuums.

Privatheit ist der Kern persönlicher Freiheit. Sie markiert eine strikte Barriere gegen jedwede soziale und politische Macht. Sofsky untersucht die wichtigsten Aspekte der privaten Existenz: Körper und Raum, Information und Eigentum, Religion und Gedankenfreiheit. Dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Sicherheit und Wohlstand, so die These, wird das Recht auf Privatheit heute leichtfertig geopfert. Der moderne Staat sucht das Denken zu formieren, Unterschiede einzuebnen und die »gläsernen Untertanen« an eine öffentliche »Anstaltsordnung« anzupassen. Für vermeintlich höhere Zwecke und Pflichten sollen sie auf ihre Privatsphäre sogar freiwillig verzichten. So reichen mittlerweile die Ansprüche von Staat und Gesellschaft, daß das Beharren auf Eigensinn als sozialer Verrat erscheint.